Die Kontrolle von Blutzucker ist die wichtigste Maßnahme in der Diabetesbehandlung. Obwohl die Messung relativ leicht durchzuführen ist, gibt es etliche Fehlerquellen.

Es empfiehlt sich daher, an einer Diabetes-Schulung teilzunehmen, in der u. a. die richtige Blutzuckermessung erläutert wird. Diese Schulungen werden vom behandelnden Arzt verschrieben und in der Regel von den Krankenkassen getragen.

Aber auch dieser Artikel soll Ihnen mögliche Messfehler aufzeigen und hilfreiche Tipps sowie eine Anleitung für die Durchführung der Blutzuckermessung geben.

Die Anleitung beschreibt eine Durchführung der Blutzuckermessung durch die betroffene Person selbst. Sie gilt nicht für die Blutzuckermessung durch eine Pflegefachkraft. Diese unterliegt gesetzlichen Regelungen, die bestimmte Hygienemaßnahmen wie Hände- und Hautdesinfektion vorschreiben, die bei der Eigenmessung nicht praktikabel und nicht notwendig sind und daher nicht beschrieben werden.

Schließlich ist die Häufigkeit der Blutzuckermessung ist abhängig von der Art der Diabetestherapie und den Schwankungen in den Werten. In der Regel wird stets vor den Mahlzeiten gemessen. Für die Erstellung eines Tagesprofils wird ebenfalls 1,5 bis 2 Stunden danach gemessen. Außerdem sollte grundsätzlich bei Anzeichen einer Unter- oder Überzuckerung eine Blutzuckerkontrolle erfolgen.

Ursachen falscher Messwerte

  • Die Hände wurden vor der Blutabnahme nicht gewaschen: Essensreste am Finger können zu erhöhten Messwerten führen.
  • Die Hände wurden nicht richtig getrocknet: Feuchtigkeit am Finger verdünnt den Bluttropfen und kann zu niedrigeren Messwerten führen.
  • Der Finger bzw. das Ohrläppchen wurde bei der Blutabnahme gedrückt: Austretendes Gewebewasser verdünnt den Bluttropfen und kann zu niedrigeren Messwerten führen.
  • Der Bluttropfen war für das Blutzuckermessgerät zu klein: Es kann kein Messwert ermittelt werden.
  • Teststreifen bzw. Sensoren wurden feucht gelagert oder waren verschmutzt: Die Messwerte können verfälscht werden.
  • Das Verfallsdatum der Teststreifen bzw. Sensoren wurde überschritten: Es sind keine zuverlässigen Messungen möglich.
  • Es wurden bestimmte Medikamente (z. B. hoch dosierte Schmerzmittel) eingenommen: Die Messwerte können verfälscht werden.
  • Es wurde eine falsche Codenummer eingegeben: Da ältere Blutzuckermessgeräte bei jeder neuen Teststreifenpackung codiert werden müssen, können die Messwerte falsch sein.

Tipps

  • Waschen Sie Ihre Hände mit warmem Wasser: Kalte Finger sind schlecht durchblutet und geben nur schwer Blut ab.
  • Nutzen Sie Stechhilfen: Sie erleichtern das Stechen und die Stichtiefe ist individuell wählbar.
  • Benutzen Sie Lanzetten nur einmal: Mehrmaliger Gebrauch erhöht die Infektionsgefahr und die Lanzetten werden stumpf, sodass sie zusätzlich Verletzungen verursachen.
  • Stechen Sie die Finger seitlich an: In der Mitte sind sie schmerzempfindlicher.
  • Sparen Sie Daumen und Zeigefinger aus: Diese Finger werden im Alltag am meisten gebraucht.
  • Wechseln Sie die Einstichstellen: Wiederholtes Stechen derselben Stelle ist schmerzhafter und führt zu Vernarbungen.
  • Entsorgen Sie Lanzetten immer sofort in einen Abwurfbehälter (erhältlich in der Apotheke): So schützen Sie sich und andere vor Stichverletzungen.
  • Pflegen Sie Ihre Hände: Durch das Stechen ist die Haut gereizt. Cremes mit Milchsäure oder Harnstoff tun der Haut besonders gut.

Blutzucker richtig messen

Schritt-für-Schritt Anleitung

1. Die Hände möglichst mit warmem Wasser waschen und gut trocknen.

2. Teststreifen in das Messgerät einstecken.

3. Den Finger seitlich anstechen.

4. Den Bluttropfen auf den Sensor geben.

5. Das Messergebnis ablesen.

6. Das Messergebnis im Blutzuckertagebuch dokumentieren.

Wird die Blutzuckermessung von Angehörigen durchgeführt, kann statt des Fingers das weniger empfindliche Ohrläppchen als Einstichstelle gewählt werden.

Wenn Sie den Blutzucker messen ist Folgendes zu beachten:

1.Die Hände waschen, trocknen und desinfizieren.

2. Handschuhe anziehen.

TIPP:

Wenn Sie einen Pflegegrad haben, stehen Ihnen monatlich 40 € für Pflegehilfsmittel zu. Hierfür können Sie sich u. a. Handschuhe und Desinfektionsmittel nach Hause liefern lassen.